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Über Klettern

Früher, ganz früher…

Vor vielen, vielen Jahren, so im Jahre 1989 habe ich angefangen mit dem Klettern. Neben dem eigentlichen Sport faszinierte mich schon jeher das Nebenbei, das Aussenrum. Das im Freien sein, die Reisen, die Menschen. Der Fels ist ein ganz besonderes “Sportgerät”. Es ist nicht der Kampf gegen den Fels sondern das Spiel mit ihm. Der Fels zeigt einem die eigenen Grenzen auf. Er ist nie unfair, nie zu schwer. Man ist selbst einfach zu schwach, zu schlecht, zu unkonzentriert.

Ganz am Anfang stand die Jugendgruppe des DAV Aschaffenburg. Diese Jungs haben mich damals mitgeschleppt. Hauptsächlich nach Hainstadt in den Odenwald und natürlich in die Fränkische Schweiz. Und dann war da zwischenzeitlich auch noch Ralf gewesen. Fast zehn Jahre älter, drei Grade besser und mit allen Wassern gewaschen. Er hat mich überall mit hin geschleppt und mir viel gezeigt. Der Vorteil, wenn man mit sehr viel Besseren unterwegs ist. Durch meine Begeisterung konnte ich in meinem Umfeld auch andere begeistern: Deggi, Jäger, Beißer, Heilmann, Keck, Tobi, Flo, Chris, Michi, Christof und natürlich auch André. Er war es auch, der durch den Altersunterschied schon früh einen Führerschein vorweisen konnte und dann halt auch oft in die gängigen Klettergärten gefahren ist.

Und dann kam die Zeit, in der ich auch endlich fahren durfte und mit den Jungs auch reichhaltig unterwegs war. Hauptsächlich im Secret Spot Schöllkrippen. Es war zwar offiziell nicht gestattet, konnte uns aber im Sommer selten davon abhalten, die Schule zu schwänzen und dafür lieber zu klettern.

Damals in Schöllkrippen

Damals war die Welt auch noch in Ordnung. Obwohl wir meistens “nur” im Buntsandstein unterwegs sein konnten, hatten wir unseren Spaß. Mit meinem damaligen Gewicht, knapp unter 70 Kilo, und der Kraft, die sich aus endlosen Stunden am Kletterbalken während der Wintermonate entwickelt hatte, kletterten wir bis zum siebten Grad. Nur bis zum siebten Grad. Denn Technik war ein Fremdwort. Die Fußtechnik war erbärmlich und deshalb hatten sich auch keine besseren Ergebnisse einstellen können (weshalb man die Schuhe auch einfach mal weglassen konnte).

Lange Pause

Im Jahr 1997, mit knapp zweiundzwanzig hatte ich dann eine lange Pause angetreten, im Verlaufe dessen sich meine Kraft und mein Gewicht durchgängig zum Negativen ausprägten. Wenn auch nur im Geiste, war ich immer noch Kletterer und bei jedem Schönwetter-Wochenende dachte ich wehmütig an bessere, vergangene Zeiten.

Die Rückkehr

Erst im Jahr 2005, nach 8 Jahren Pause, begann ich auf Betreiben des guten Herrn Jäger wieder mit der Kletterei. Diesmal nicht draußen, sondern in Frankfurt, in einer Kletterhalle. Diese hatte ungefähr zu dem Zeitpunkt eröffnet, als ich aufhörte zu klettern. Oh, hätte es diese Halle doch damals schon gegeben.

Zunächst fiel es mir ausgesprochen schwer. Kein Wunder bei einem dreistelligen Gewicht, keinerlei körperlicher Leistungsfähigkeit und immer noch keiner Technik.

Aber die Technik kam. Sogar recht schnell. Schließlich wollte ich ja klettern. Und auch möglichst schnell wieder gut. Und da sich Kraft nur langsam wieder einstellt, wenn man außer einmal wöchentlich Klettern nicht viel mehr macht, und sich das Gewicht auch nicht alleine vom guten Willen verringert, war es die Technik, die mir die Möglichkeit eröffnete wieder gut zu klettern.

Letzten Endes war ich zwischenzeitlich, so gegen Anfang 2006 zum ersten Mal besser als je zuvor. Und das trotz einem Gewicht, dass um die Hälfte höher war, als in den frühen Tagen. Aber wenn man es muss, dann kann einem Technik wirklich Gutes tun. Nichts desto trotz bleibt es bei einem enormen Gewicht nicht aus, dass man sehr schnell an Grenzen stößt. Diese zu überschreiten wird die Aufgabe für die Zukunft sein…