Paid Content per view
Nun bin ich ja eigentlich Marketing- & Kommunikationswirt, muss aber zu meiner Schande (oder auch nicht, je nach Standpunkt) eingestehen, dass ich Online-Werbung/Marketing zum Kotzen finde.
Auch wenn ich als Werber, Web-Fuzzi und Marketingler ganz anders drauf sein sollte, kann ich Werbung im Medium nicht viel Gutes abringen. Zu ätzend waren die Zeiten, als Hunderte Pop-Ups und animierte GIFs einem um die virtuellen Ohren flogen, heute sind es Overlay-Ads und Flashbanner, die einem den Besuch der einen oder anderen Website verderben.
Auch wenn die Werbeformen moderner, interessanter, teils witziger und technisch besser geworden sind, die Überflutung mit Werbung im Medium ist ungebremst und wird nach Analysten eher noch zunehmen.
Auch den Sinn der Werbung kann ich nachvollziehen. Eine Website zu erstellen und zu hosten, ist kein Kostenfaktor mehr, zumindest angesicht der Aufwände, die nötig sind um die Website zu betreiben sprich am Leben und Wachsen zu halten. Und dass da ein gewisser Revenue gewünscht wird, ist betriebswirtschaftlich ganz klar. Und auch wenn uns Youtube gelehrt hat, dass auch wenig (finanziell) erfolgversprechende Modelle doch zu reichlich Kleingeld führen können, so wird es nicht jedem passieren, dass er, kurz bevor die Unvollkommenheit des (Geschäfts-)Modells zu Tage tritt, von Google gekauft wird.
Und nach dem Motto selbst ist der Mann/Frau/Websitebetreiber versuchen es die meisten halt mit ganz normaler Online-Werbung. Ohne größere Rück- oder Weitsicht darauf zu verwenden, ob denn die User-Gemeinschaft das wohlwollend hinnimmt und es nicht zu Konsequenzen im Userverhalten führen könnte.
Aber nichts desto trotz ist es an sich schon reichlich schwer, mal kurzerhand Kunden zu finden, die die eigene Website als Werbeplattform nutzen wollen.
- Die Nutzer sind meisthin keine klar definierte Zielgruppe
- Das Internet ist groß, aber kleine Kunden denken nunmal lokal oder allenfalls regional
- Solange eine kritische Masse an Usern nicht erreicht ist, geht eigentlich gar nix
Punkt 1 ist für viele schon vernichtend, denn kleine Kunden haben meist eine kleine, enge Zielgruppe. Punkt 2 macht es auch nicht besser, um kleine Kunden zu bekommen, denn dank 3. bekommt man anfangs einfach keine große Kunden, denen 1. und 2. egal sein kann. Aber bei diesen zählt alleine die schiere Masse und die läßt sich mit 1000 Visits/Tag nicht bedienen.
Also, was machen?
Zunächst mal vom Mainstream Abstand nehmen.
Keine rotierenden Banner, die je nach Menge (und Menge wird es geben, da die Kunden zunächst nicht viel zahlen werden, aber das Geld gebraucht wird) auch noch die 1000 Visits ruinieren, denn bei 10 Bannern bekommt jeder Kunde nur 100 Visits. Und das ist echt nicht viel.
Alternative Werbeformen ausarbeiten.
Das könnte z.B. mein Favorit sein: Bezahlter Content.
User fühlen sich von offensichtlichem Content nicht belästigt. Von Werbung schon. Also warum nicht Werbung (in erträglichem Maße) als Content “tarnen”. Z.B. auf einer Media-Plattform wie einem Videoportal keine stumpfen Werbebanner sondern ein Video präsentieren, in dem der Kunde bzw. sein Produkt vorgestellt wird. Textlastiger können das Reviews von Dienstleistungen oder Produkten sein, die allesamt wohlwollend ausfallen und vom Kunden bezahlt werden.
Jetzt höre ich schon Leute aufschreien: “Buh, Schiebung”, “Beschiss”…
Und deshalb macht man diese Beiträge als Werbung kenntlich. Transparent für den User, dass er genau weiß: das ist Werbung.
Aber nett gemachte, mit Informationsgehalt und ich, als User, kann ganz alleine für mich entscheiden, ob ich mich mit der Werbung konfrontieren will… oder eben nicht. Und das ist fair gegenüber den Usern. Damit werde ich keinen vergraulen solange die Anzahl der Werbebeiträge nicht überhand nimmt.
Und weil Transparenz und Fairness überall gut ankommt, gehe ich noch einen Schritt weiter und sage: soll der Kunde nur was zahlen, wenn er einen Benefit hat. In diesem Fall, einen interessierten User, der als qualifizierter Kontakt freiwillig sich mit der Werbung auseinander gesetzt hat.
Somit kann man auch kleinen Kunden die erste Hürde nehmen, nämlich die der Kosten.
Keinen Erfolg, keine Kosten. Das gibt es in der Werbung eh viel zu selten. Denn was sagt mir als Kunde denn ein Tausenderkontaktpreis oder eine Abrechnung per 1000 Page Impessions…? Gar nix.
Denn wenn ich nichtmal differenziert sagen kann, wieviele der 1000 meiner Zielgruppe entspringen, dann hab ich allenfalls ein Estimate hinsichtlich der wahrscheinlich auftretenden Kosten…







