Ich bin noch nicht eine Woche zurück aus Bleau (und noch 26 Wochen von Bleau entfernt), aber manche Erinnerung kann auch wirklich nerven…
Bleau zeichnet sich nicht nur die schiere Menge an bestem Fels aus. Nicht nur die homogenen, teils auch surrealen, Formen. Nicht nur die perfekte Reibung (bei passender Witterung). Nicht nur die vielen klassischen Probleme. Die akutesten und nervensten Erscheinungen die Bleau ausmachen sind Pressarme und offene Finger.
Pressarme sind eine Überbelastung der Sehnen im Ellbogenbereich. Durch die Belastungsspitzen in den Übergängen der weichen Sehnen in den harten Knochen entsteht ein temporär andauernder Schmerz, der sich vom Ellbogen bis auf den ganzen Arm ausdehnen kann. Neben dem schlagartigen Einsetzen des Schmerzes kann auch die Intensität des Schmerzes sehr indivduell und höchst unangenehm sein. Zudem folgt dem schnellen Schmerz eine lange Phase von Kraftlosigkeit. Pressarme treten weniger beim Klettern, sondern eigentlich nur beim Bouldern auf. Und auch dabei nur bei bestimmten Bewegungsabläufen bzw. Haltepositionen. Meistens im Zusammenhang mit Slopern (flachen Griffen, bei denen ausschließlich die durch das Handaufpressen erzeugte Reibung genutzt werden kann). Offene Finger gehen da sehr schnell mit einher.
Der offene Finger bezeichnet das Verlieren bzw. Abreiben der oberen Hautschichten, vornehmlich an den ersten Fingergliedern bzw. den Fingerkuppen. Hauptverantwortlich, neben der an sich schon guten Reibung des Bleau’schen Sandsteins, sind zwei spezielle Griffvarianten, die in Bleau hauptsächlich auftreten: Sloper und kleine, scharfe Leisten. Bei den Leisten meine ich die Größenordnung klein bis micro, also 10 bis 2 mm. Manche Leiste entstand dabei durch Schichtung des Sandsteins oder gar durch die Verquarzung einer dieser Schichten. Die daraus resultierenden Übergänge sind häufig genutzte Leisten, die zu ihrer unterschiedlichen Stärke mehrfach einen sehr geringen Kantenradius mitbringen und dadurch messerscharf werden. Abrutschen an solch einer Leiste resultiert zumindest in dem Aufschneiden einer oder mehrer Hautschichten. Sloper reiben die Haut einfach nach und nach ab. Das Resultat ist ähnlich: der Finger schimmert bestenfalls fleischig rosa, im schlimmeren Falls blutet man schon aus den Fingerkuppen. Der offene Finger jedoch zieht noch unangenehme Folgen nach sich: die Bildung von Hornhaut.
An sich gerne gesehen vom kletternden Volk, ich kann es gerade kaum leiden. Ich vertippe mich ständig, weil das Gefühl in den Fingerkuppen stark zurückgeht, die Finger fühlen sich wie Plastik an… nervig. Aber die einzige Gegenmaßnahme kommt mir sehr gelegen: mehr bouldern…
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22.04.2010 am 10:52
wann gibts denn endlich ein paar pics aus bleau zu sehen?