Vor ca. zwei Wochen hatte ich mich als Letztes hier aufgeregt, dass ich nicht wie geplant in den verdienten Boulder-Urlaub fahren sollte. Nun, bin ich seit einem Tag wieder zurück aus selbigem, auch wenn er kürzer ausgefallen ist, als er sollte…
Aus der angepeilten Woche wurde aufgrund von Arbeit dann doch nur ein Vier-Tages-Trip, oder wie ich es nennen würde, ein Jahresurlaub. Aber auch wenn es meinen Copains Markus und Thomas nicht so prall fanden, dass ich drastisch verkürzen musste, ich finde vier Tage Bouldern, Ruhe und Relaxen besser als nichts. Sehr viel besser.
Und so begab es sich, dass wir halt mit zwei Autos an einem kalten Samstag Morgen gen Bleau aufbrachen und nach knapp 7 Stunden dort bei besten Bedingungen (trocken, kühl) ankamen. Schnell ins Quartier (Formule 1 – PITA) eingecheckt und los zum fröhlichen Blöcke suchen…
Als bald wurden wir auch fündig und begannen uns am coolsten aller Sandsteine die Finger und Sohlen durchzubouldern.
Wem das Kürzel Bleau nichts sagt: Fontainebleau ist eine Stadt südlich von Paris in der Frankreichs zweitgrößtes Schloss gelegen ist und das in den umgebenden Wäldern mit zigtausenden Sandsteinblöcken gesegnet ist, die schon seit über hundert Jahren Menschen zum Beklettern derselbigen animierten.
Diese Spielform des Kletterns, ist eben Bouldern und die Bleausards, die ortsansässigen Meister des Bleau’schen Sandsteins, haben es zu einer Meisterschaft gebracht, die ihresgleichen sucht. Und jeder der einmal nach Bleau zum Bouldern kommt, wird irgendwann eine dieser Begegnungen der dritten Art mit einem Bleausard haben. Jemandem, der scheinbar mühelos, die Blöcke emportänzelt, an denen man selbst nicht einmal die Füße vom Boden wegbekommt…
Um es mal kurz zusammenzufassen: Bleau ist saugeil. Wenn auch ein Besuch in Bleau in tiefster Demut resultiert, angesichts derer (den Bleausards), die das Spiel mit den natürlich erodierten Formen und den in Sandstein gegossenen klettertechnischer Herausforderungen bereits für sich entschieden haben. Die Leichtigkeit mit der ein Bleausard die Probleme am Fels bezwingt, lässt einen selbst als gnadenlosen Stümper erscheinen, was dem Spaß an der Sache jedoch keinen Abbruch tut, sondern vielmehr aufzeigt, dass es noch etliche Besuche in Bleau brauchen wird, bis es halbwegs Sinn macht sich ernsthaft mit den anspruchsvolleren Problemen zu beschäftigen.
Da ich ja erst kürzlich aus der Superschwergewichtsliga ins Schwergewicht gewechselt bin und insgesamt nicht in einem als hervorragend zu bezeichnenden Kletterzustand bin, hab ich mir nichts Tolles vorgenommen. Eine Fb. 5A hätte es dann schon werden sollen. Am Ende wurde es eine Fb. 5B und angesichts einer kleinen, dummen Verletzung an der linken Hand, die ein kraftvolles Zupacken mit Links vollständig unterbunden hat, war das sogar noch ein gutes Ergebnis… Beim nächsten Bleau-Trip im Frühjahr sollte es dann doch schon eine Fb. 6A werden… schaun mer mal.
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15.10.2009 am 19:31
OK, jetzt weiß ich ungebildeter Mensch wenigstens, was ich mir unter “Bleau” vorzustellen habe.
15.10.2009 am 22:33
Hei Sami… super starke Bilder!!! Genial!
Wäre sau gerne dabei gewesen!
Greetz
Andi