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Klettern macht Laune…

… oder wie man den alltäglichen Mist vergessen kann. Klettern war vor 20 Jahren schon etwas ganz Besonderes für mich. Und das gilt heute mehr denn je.

Am Sonntag schrieb mir mein Mann vom anderen Seilende, Markus, noch in ner Mail:

“Kommst Du am Montag in die Halle? Erst ist ja der „Schraubertreff“ (ich finde da solltest Du auch anwesend sein) und anschließend können wir ja noch a bisserl was machen (Bewegung macht gute Laune und die kannst Du momentan glaub ich gebrauchen, wenn ich dein Blog so lese…)”

So sollte es kommen. Gehandicapt von einer Vollsperrung der A45 mit einhergehendem Riesenumweg kam ich dann auch erst um halb acht in die Halle, um zunächst noch der Schraubersitzung beizuwohnen.

Und um danach nochmal ein wenig die Bude zu rocken.

Denn wie Markus so schön sagte “Bewegung macht gute Laune” und, indeed, mit jedem Griff, mit jedem Tritt fällt der Mist des Tages von einem ab und alles wird lässig und cool.

Wenn sich das dann noch mit einem guten Run kombinieren lässt, so wie es mir heute geschah, dann kann der Tag gar nicht so beschissen sein, dass es so ein Abend nicht wieder rausreissen kann.

Demnach war der Abend geprägt von einer Leistungsdichte, die ich von mir nicht erwartet hatte, ach nicht mal zu träumen wagte. Von der Aufwärmtour im 5. Grad mal abgesehen, lief heute alles im 6. Grad ab und das nichtmal so schlecht. Beim Onsight einer 6 kann man schonmal an ner tricky Schlüsselstelle hängenbleiben, aber Hauptsache man kommt noch hoch. Und das tat ich.

Dann das absolute Highlight: eine trickreiche Platten/Kantenkletterei. Bewertet mit einer glatten 7. Und auch wenn ich das letzte Mal eine glatte 7 vor über zwei Jahren angegangen hatte (und ich glaube, auch geschafft hatte), so war ich heute nichtmal sicher abzuheben. Aber der Bub hob ab und, nach ein paar zu zaghaften Versuchen aufgrund mangelnden Vertrauens in den Reibungskoeffizient der 5.10-Schlappen und in die eigene Leistungsfähigkeit, kam auch oben an. Statt wie die “großen” Compadres durfte ich wieder dynamisch an die Kante schnappen, die Füße auf nix als Reibung, mit Links um die Kante an einer 1 1/2 mm Stoßkante zwischen Platte und Rundecke und rechts mit ner schäbigen Leiste für nen Teil des ersten Fingerglieds. Aber schon beim ersten Versuch klatsche die Linke satt um die obere Kante und die erste 7 seit über zwei Jahren war geschafft. Eigentlich schade, das hätte auch ein Onsight werden können… aber wir wollen ja mal nicht übertreiben :-)

Aber zum Thema Onsight kam dann zum Abschluss noch eine 6-/6 (oder war es eine 6/6+), die mich in Gefilde führte, die ich an sich meide wie die Pest: mächtige Überhänge. Da man mit 25 kg Übergewicht mit Newton schon per se auf Kriegsfuß steht, sind in Überhängen echt nicht meine präferierten Routen zu finden. Aber so locker wie mir diese 6-irgendwas fiel, muss ich entweder feststellen, dass sich die 11 kg Diäterfolg schon ziemlich positiv auswirken oder, dass meine Boulderwand mit dem 60°-Überhang doch ein wenig für den notwendigen Strom sorgt…

However, jetzt soll mal Schluß sein mit dem Überschwang. Denn so himmelhochjauchzend wie ich heute bin, kann ich bereits am Donnerstag schon wieder zu Tode betrübt sein. Denn auch das ist Klettern: mal löfts, mal geht gar nüschts… aber egal wie, letztlich ist man wenigstens immer selbst daran schuld.

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