Wie auf Spiegel zu lesen war, kommt wohl nun die Zeit, wo auch im Web richtig abgezockt werden soll. Herr Murdoch nutzt die Gunst der Stunde, in der es den meisten kleineren Verlagen nicht so recht gut geht, um mit seinem Medienimperium News Corp. die Nutzer auch online zur Kasse zu bitten.
Nun, jeder soll Geld verdienen, wenn er es verdient. Und wie so schön gesagt wird: Qualitätsjournalismus kostet Geld. Klar, es ist teuer, guten Journalismus zu betreiben. Aber mal ganz ernsthaft, die Mehrheit der Internetnutzer wird es nicht begrüßen, sich mit Abokosten an ein oder zwei Online-Medien zu binden.
Was über Jahrzehnte mit Printmedien funktioniert hat, Erlöse über Werbeeinnahmen und Deckung von Herstellungskosten über den Verkauf, hat bisher im Internet nicht so gezogen. Die Leute wollen nicht für Inhalte bezahlen und viele Werbekunden haben die Möglichkeiten der Onlinewerbung auch noch nicht kapiert.
Aber am wenigsten kapiert haben die Contentanbieter selbst. Man kann sagen, dass die meisten Verlage die letzten zehn Jahre online einfach nur versagt haben. Zehn Jahre ausprobieren, verzweifelt versagen und blind durch die Gegend stochern. Sorry, Mitleid habe ich mit denen altehrwürdigen Verlegern und angestaubten Medienmogulen wirklich nicht. Denn anstatt sich am neuen Medienmarkt zu orientieren, die Wünsche und Verhaltensweisen der Nutzer zu adaptieren, waren sie so kurzsichtig, auf Biegen und Brechen, ihre Vorstellungen vom Abkassieren durchdrücken zu wollen. Mit dem Ergebnis, dass keiner richtig was verdient hat und wir, die Nutzer, mit lieblosem oder auch einfach schlechtem Onlinejournalismus bestraft wurden.
Sorry, einen Fünfzeiler und einen anschließenden Verweis auf den restlichen, kostenpflichtigen Artikel, den ich bereits morgens in der Zeitung lesen konnte, erachte ich nicht ansatzweise als wertigen Onlinejournalismus. Aber aus Angst, dass sie ihre Printmedien nicht mehr losbekommen, haben Verlage jahrelang das Onlinemedium ausgebremst. Wobei ich behaupte, dass der normale Zeitungsabonnent auch weiterhin Papier in der Hand halten will und deshalb nicht auf online umschwenkt, aber dafür die Nutzer der freien Onlinecontents massiv angestiegen wären. Aber da man ja zu doof war, sich dafür ein Geschäftsmodell einfallen zu lassen, hätte das außer Traffic ja auch nichts gebracht.
Zugegeben, ich hab dafür auch keine Allerweltslösung. Hätte ich die gehabt, dann würde ich jetzt nicht mehr hier sitzen. Aber die Agonie, in der sich die Verlage dank schwindender Printumsätze befinden, hätte nicht kommen müssen. Aber dann hätte man vielleicht die grauen Eminenzen mit der Druckerschwärze an den Fingern mal durch etwas jüngere Entscheider ersetzen sollen…
Also, ich für meinen Teil gedenke nicht, dass ich für halbseidenen Onlinejournalismus auch noch bezahlen werde. Und dass, obwohl ich mich von Verlagen auch weiterhin für meine Arbeit bezahlt wissen will. Aber eigenes Unvermögen (der Verlage) auf die Kosten anderer (uns, der Nutzer) abzuwälzen kann und will ich nicht unterstützen.
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