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Bocklose Altersdemenz

In letzter Zeit war ich etwas bocklos, demnach die Zeit auch ein wenig bloglos. Aber heute war alles etwas anders und manches wirklich besser.

Zunächst, ich bin gestern erst um halb elf aus dem Büro rausgekommen, einer korrupten MySQL-Datenbank einer Joomla-Installation sei Dank, und demnach war der Tag heute eigentlich durch akuten Schlafmangel geprägt. Denn wer liegt schon um zwölf im Bett, wenn er erst um elf daheim ist… also ich bestimmt nicht. Egal, denn so schlimm war es dann gar nicht, da der Vormittag/Mittag zu 80% von photographischer Tätigkeit geprägt war, die zwar nicht ganz unanstrengend ist, aber mich eher selten bis gar nie aufregt oder gar zum Fluchen bringt wie z.B. Joomla (oder andere Sachen, die man nicht selbst geschrieben hat und keiner weiß, was sie eigentlich machen).

Aber eh alles wurscht, denn heute abend gings megapünktlich aus dem Büro raus und ab nach Hanau zum Klettern. So stieß ich (dann doch leicht verspätet) zu Markus, Thomas und Lena und auf gings. Also diesmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ich weiß nicht, ob die montäglichen Bouldersessions an meiner 60°-Peinigerwand was gebracht haben oder, ob die 10 Kilo, um die ich mich inzwischen erleichtert habe, der ausschlaggebende Punkt waren, aber offensichtlich war die kausale Kombination nicht zu übersehen.

Denn, trotz einer gefühlten Stromlosigkeit und immer noch schmerzenden Ringbändern und Gelenkkapseln, ging es gut aufwärts und heute kam ich dann auch endlich mal mein altes Projekt hoch, wenn auch mit Hängern, in dem ich bisher immer versagt hatte. Allerdings muss ich erwähnen, dass ich beim zweiten Versuch, der an sich mit einem unbelasteten Durchstieg enden sollte, wieder voll die Peilung verloren hatte und ich mich nur 30 Minuten nach dem ersten Versuch nicht mehr an die von mir gewählten Griff-/Trittreihenfolge erinnern konnte.

Also bleibt festzuhalten, dass ich entweder schon sehr früh mit einer ausgeprägten Altersdemenz zu kämpfen habe oder, dass ich einfach nicht mit der notwendigen Konzentration an die Sache herangehe. Ich hoffe inständig, dass Letzteres zutrifft.

Und dann hatte ich auch wieder die Gabe, dass ich gleich wieder ein neues Projekt erspäht hatte. Eigentlich eine 5, ziemlich senkrecht, mit pinken Griffen und Inlays, also in der Wand versenkten, innenliegenden Griffen. Aber da Markus beim Aufwärmen in der Tour schon bei den ersten zwei Zügen (unfreiwillig, weil verpeilt) die Inlays weggelassen hatte, musste ich mich gleich an der Tour nur mit Pink und ohne Inlays versuchen. Es stellte sich dann wieder heraus, dass es wohl zwei Schlüsselzüge gibt, die beide sehr… reichweitenabhängig sind. Und das ist dann der Nachteil, wenn man ausschließlich mit Leuten unterwegs ist, die allesamt größer oder gar sehr viel größer sind (dass sie auch noch leichter, stärker und besser sind, davon rede ich jetzt erst gar nicht). Denn während ich wieder an den Zügen verhungere, habe die anderen drei allesamt, mehr oder weniger entspannt, die Tour gezogen. Und laut Markus dürfte das bei ca. 7- einchecken und für Kleine wieder etwas schwerer sein. Da er kurz darauf eine 7+ onsighted hat, die er danach, zumindest für Leute über 180cm, gleich mal auf 7- abgewertet hat, lässt mich seine Aussage über die Pinke nicht gerade frohlocken.

Aber da ja noch 15 bis 20kg fallen sollen und ich mit jedem weiteren Montag mehr Strom bekommen werden… dürfte auch Pink nur eine Frage der Zeit sein…

Und wenn man dann ja doch schon seit 20 Jahren klettert, dann ist Zeit ja kein Thema mehr…

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