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Fürchterlich

Nach dem sehr angenehmen Tag gestern… war heute der Tag, mal von wenigen unterhaltenden Momenten abgesehen, als eher fürchterlich einzustufen. Um nicht zu sagen grausig.

Zum einen ist die Arbeit an sich schon grausig. Ein Ruby-on-Rails-Projekt, das mehr Fragen aufwirft statt sie zu lösen und das einfach kein Ende finden will. Ständig was anderes, hier noch ein Fehler, da noch eine Änderung und zu guter Letzt dann noch ein Bunch voll Fehler beim Deployen. Damn. Ich kann die Website bald nicht mehr sehen. Wobei der Kunde eigentlich ziemlich interessant und die Leute dort nett sind. Aber das ist schon alles schwer am Anschlag.

Wäre das das Einzige, dann ginge es ja. Aber irgendwie geht halt auch sonst sauviel schief. Da hat der Kunde was vergessen, aber das Produkt ist schon gedruckt. Dort wird an einem eigentlich schon abgeschlossenen Projekt noch dies nachgebessert und das nachgebessert… naja, Schwamm drüber. Muss halt gemacht werden. Aber muss denn immer alles terminlich fixiert sein? Und ich immer am terminlichen Limit?

Ich wollte heute eigentlich mit den Jungs (und natürlich auch Mädels) zum Klettern nach Gelnhausen. Von 19 bis 22 Uhr. Gut dass ich dann doch um 20.45 Uhr aus dem Büro rauskam. Bis ich dann zuhause war… also kurz: war nix mit Klettern.

Zunächst dachte ich, dass das vielleicht eine gute Fügung sei, denn heute fühlte ich mich schon den ganzen Tag extrem antriebs- und stromlos. Also, mal so gesagt, wenn ich beim Aufstehen vom Schreibtisch, schon mal den selbigen zum Stehenbleiben brauche, dann ist das nicht akuter Trunkenheit zuzuschreiben, sondern eben besagter Stromlosigkeit. Aber zuhause, gefrustet von dem Tag, habe ich mich dann doch noch wenigstens für 15 Minuten an meine Wand geworfen und habe, mal wieder, wer hätte es vermutet, das grüne Monster probiert.

Diesmal kann ich sogar von Fortschritt sprechen. Denn, mit dem gesteigerten Agressionspotential und entsprechender musikalischer Unterlegung, kam zumindest für kurze Zeit der Strom, den ich den ganzen Tag missen musste. Anfang wie immer nur viel frontaler. Mit links an den Sch…griff, mit rechts an den Seitgriff geschnappt. Den Körper reißt es nach hinten. Frontal auf offenen Tritten stehend, rechts einfach zugeschraubt und mit aller Körperspannung, die abrufbar ist, bleiben die Füsse wo sie sollen. Naja, einer zumindest. Das langt. Kurzer Stepptanz, um mit links auf den rechten Tritt zu kommen, und mit links hoch an den Drecksaufleger. Fuß rutscht ab, Sch…dreck. Sanfte Landung im Crashpad (an dieser Stelle nochmal meinen Dank für die Leihgabe, Pressbunker) und mal ein kurzer Check. Die Finger schmerzen, doch die Hornhaut hält. Nächster Versuch.

Gleiches Procedere bis zum entscheidenden Schnapper nach links. Hab ihn. Aber das hilft nix. Der ganze Bub schwingt aus der Wand. Die Hand rutscht ab, die Hornhaut bleibt… am Griff. Ergebnis:

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Die schwer erarbeitete Hornhaut ist futsch. Blutig rohes Fleich. Fuck. Tape drauf und weiter? Nope. No go. Schmerzt wie die Pest. Also, Grüne, nochmal Glück gehabt. Bis nächste Woche hab ich noch ein paar Pfund weniger… und dann ist Schicht für Dich. Glaubt mir, es wird ein absolutes Hochgefühl sein, diese Tour wieder rauszuschrauben und in die ewigen Jagdgründe zu schicken, nur noch in der Anekdoten-Sammlung wird sie erhalten bleiben. Wie sagte ich einst, es zeichne mich ein hohes Maß an Contenance und Leidensfähigkeit aus, aber hier findet dieses Maß sein Ende…

Um aber überhaupt mal wieder zu Strom zu gelangen habe ich mir dann heute ein irrwitziges Mahl bereitet. Irrwitzig, weil es Mengeneinheiten sind, über die ich sonst nur müde gelächelt hätte: 70g Nudeln, 20g Couscous, angerichtet in ca. 250ml Brühe. Das waren dann wohl schätzungsweise die Kalorien Nummer 1800 bis 2150 für diese Woche… nach dem ital. Salat am Montag, den ich nicht mal gepackt hab, und der Banane mit Magerjoghurt im ungesüssten Crepemantel am Dienstag, war das für diese Woche schon ein Highlight. Zumindest von der Kohlenhydratseite… Was? Ich übertreibe? Kann gar nicht sein. Aber Contenance bedeutet ja auch nicht Geduld. Denn ich bin zwar sehr geduldig mit Anderen oder generell dem Rest der Welt. Aber doch nicht mit mir. Wie sollte ich mich motivieren, 10kg/Jahr abzunehmen, wenn ich wüßte, dass ich dann 2 1/2 Jahre brauche? Nee, echt nicht. Die angepeilten 25kg müssen in drei Monaten fallen. Und einer ist schon rum. Wenn es im Oktober zum Bouldern nach Bleau geht, dann mit Kampfgewicht. Punkt. Isch abe fertig.

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