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Burnt out generation – Follow up

Mein Post über den kollektiven Burn Out ist auf überraschende Resonanz gestoßen, deshalb hier ein kurzes Follow-up…

Überraschend war weniger die Resonanz an sich, als viel mehr von Leuten, die ich gar nicht bedacht hatte. Auch wenn die meisten sich ein wenig bedeckt halten, Outcomings sind nicht so populär, so glaubt mir mal, dass es schon einige sind. In Relation zu denen, die den Post hier gelesen haben… gut ein Drittel.

Bemängelt wurde mal, dass es sich bei der genannten Zielgruppe schon nicht unbedingt um eine repräsentative Mehrheit der Bevölkerung handle. Denn Abertausende verdienen nicht die 2.000,- €, die ich als “Grenze zur Unterschicht” ansetzte. Natürlich nicht. Aber zum einen sei zu bedenken, dass bei zwei in Lohn und Brot stehenden Partnern, die 2.000,- € in vielen Fällen überschritten wird. Von daher seien die 2.000,- € als quasi Haushaltnettomonatseinkommen zu betrachten. Aber selbst dann fallen da noch viele viele Tausende in die “Unterschicht”. Ajo, so ist es aber halt mal. Es ging ja hier auch nicht um eine allgemeine Abhandlung über das Streben nach sozialem Aufstieg, sondern wirklich um eine ganz spezifische Gruppe.

Vielen sahen deutliche Parallelen zu ihrem Arbeitsleben, ohne jedoch sich als “burnt out” zu bezeichnen. Gut, mag sein, dass der eine oder andere dauerhaft damit klar kommt, Selbstmotivation ist Gabe und Fluch zugleich, andere sind evtl. einfach auch noch nicht so weit. Prinzipiell bleibt ja nur zu betonen, dass egal wie man über die Runden kommt, entweder Geist oder Körper unter einer solchen Situation leiden. Und was auch immer zuerst negativ in Erscheinung tritt, die Ursachen sind meist die gleichen…

Einige meinen, dass sie das ja auch nicht lange mitmachen. In der stillen Hoffnung, dass bald eine Änderung eintritt und sich alles zum Guten wendet. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Andere planen die Änderung aktiv, und denken an “anderen Job, anderes Umfeld, alles wird besser”. Kann, muss aber nicht. Denn oftmals ist es ja nicht der Job oder das Umfeld. Es sind die Erwartungen, die man an diesen oder den anderen Job hat, oder an das eine oder andere Umfeld. Alles frisch, alles toll. Aber nach zwei Jahren grüßt wieder täglich das Murmeltier. Same shit, different day…

Ich sehe das Problem wirklich in der Erwartungshaltung, einer Bemessungsgrenze des eigenen Erfolgs, die, gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz, Symptom einer weit tiefer liegenden Verhaltensursache, das ganze Verhalten auf das Erreichen der Ziele ausrichtet und das ungeachtet aller negativen Nebenwirkungen. Von daher ist das natürlich auch ganz blöde zu “therapieren”, denn es ist höchstindividuell und wie man aus dem Teufelskreis ausbrechen soll… nun ja. Wenn ich es herausfinde, dann werde ich es kund tun.

Ansonsten bleibt nur der Kreislauf aus Arbeiten, mehr Arbeiten und noch mehr Arbeiten. Denn Arbeiten hat nicht geholfen, also muss ich noch mehr machen. Bis es dann irgendwann nicht mehr geht. Der Eine mag nicht mehr schlafen können, zumindest nur noch teilweise mal die Nacht durch, oder auch nur noch bei absoluter Erschöpfung, dann morgens früh um vier oder fünf, ins Bett fallen, Andere sind dauerhaft nervös, unruhig, getrieben, gehetzt… Mancher kommt von 0 auf 180 in zwei Millisekunden und fabriziert einen Blutdruck weit jenseits der 200… andere fühlen sich so beklemmt, dass an emotionale Ausbrüche gar nicht zu denken ist.

Aber ich glaube, dass die wellenförmigen Up und Downs am besten in einem der Downs unterbrochen werden können. Wenn sich mal wieder die Sinnfrage stellt, der Antrieb verloren scheint, die Perspektive fehlt… dann einfach mal den Gang runterschalten bzw. auf Halbgas fahren. Ich bin fast davon überzeugt, dass es äußerst hilfreich ist, wenn man Menschen um sich hat, die von dem Problem wissen und einem dabei helfen können. Denn die Selbstdisziplin, die die meisten in der Arbeit, im Funktionieren, aufbringen, wird für das Gegenteil, das Bremsen, das Runterschalten nicht viel nützen.

Eine andere Frage, die aufgekommen ist, ob man denn wirklich soviel arbeiten muss, um einen Burn Out zu verspüren. Meines Erachtens, ja und nein. Ja, weil im übertragenen Sinne erst die Leistungabgabe das Ausbrennen verursachen kann. Nein, weil es mit Sicherheit in dieser Generation auch viele gibt, die nicht seelisch-körperlich sondern einfach nur seelisch ausgebrannt sind. Desillusioniert von der Vorstellung, dass das Leben noch einmal so schön und unbeschwert werden könnte, wie man es als Kind erfahren hat und es sich bis heute wieder wünscht. Das mag genauso für die Anfangdreißigerin gelten, die immer noch erfolglos auf ihren Traumprinz wartet oder den Mittzwanziger, der verzweifelt versucht, Party- und Lotterleben mit ernsthafter Arbeit zu verbinden. Manche mögen von alleine daraus rauskommen, andere verfallen in Depressionen. Der seelische Zustand mag sich ähneln, aber es ist doch etwas anderes…

Wer denkt, dass es noch den einen oder anderen Aspekt zu erwähnen gibt, der möge es mir sagen, dann gibt es noch einen Follow-up zum Follow-up…

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