Ich habe seit langem zur Politik und insbesondere der Weltpolitik geschwiegen, aber wegen der Situation im Iran ist es mal wieder soweit.
Es tut sich etwas im Iran: Protest, Revolution, Aufbegehren gegen das Regime. Was als iranische Version von “Wir sind das Volk” anfangen sollte, nähert sich immer weiter einem ausgewachsenen Drama. Erste Vergleiche zur islamischen Revolution werden laut und manch einer spricht schon von Bürgerkrieg.
Aber bei allem Verständnis und Mitgefühl für das iranische Volk, das sich wohl endlich Reformen und eine weltlichere Ausrichtung wünscht, die Situation ist nicht nur innerhalb des Iran an einen Siedepunkt gelangt.
Zum Ersten sollte man sich immer vor Augen führen, dass alles was wir aus dem Iran hören oder sehen, um Augenzeugeberichte sind, jedoch vorurteilsbehaftet, denn zumeist von den Protestierenden, und kommen über Quellen wie Twitter und Youtube an die Öffentlichkeit, die keine Möglichkeit zur Verifizierbarkeit haben.
Ob das inzwischen berühmte Video vom tragischen Tod von “Neda” wirklich ein Beweis für diesen Vorgang war, bleibt genauso offen wie die Hintergründe des vermeintlichen Bombenattentats vor zwei Tagen…
Was auch immer dort im Iran vorgeht, mit absoluter Gewissheit lässt sich nichts sagen. Eine unabhängige Berichterstattung durch ausländische Journalisten ist ja unterbunden worden. Von daher, sollte man alle Meldungen mit einer gewissen Skepsis betrachten.
Dies sollten sich auch die westlichen Regierungen durch den Kopf gehen lassen, bevor sie die Protestbewegung von außen noch bestärken. Das iranische Regime ist durchaus befähigt und bestimmt auch willens, dem Aufbegehren bei Bedarf blutig ein Ende zu setzen. Die Grenze dazu wird immer dünner, aber bestärkt von sich selbst und von den Sympathisanten rund um die Welt, dürfte es der Protestbewegung schwer fallen, die Grenze zu erkennen.
Von daher sind wir jetzt an einem Punkt, wo in Kürze eine extreme Entwicklung in eine der Richtungen kommen könnte, nur in welche Richtung lässt sich nicht sagen. Also sollte man lieber abwarten. Und dem iranischen Volk überlassen, was es selbst aus seiner Zukunft machen wird…
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