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Photographie – quo vadis 2

Neulich hatte ich mich über Amateure und Semiprofessionelle in der Photographie ausgelassen und ich denke, ich muss da nochmal ein Wort dazu verlieren.

Die Photographie ist als Hobby eine tolle Sache. Als Beruf, je nach dem in welchem Segment, eine schon schwerere Sache, aber immerhin für die meisten, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, der Beruf ihrer freien und wohlüberdachten Wahl.

Letztlich ist die Photographie von jeglichem Statusdenken losgelöst. Ob Anfänger, Profi oder Künstler. Allen ist gemein, dass sie Augenblicke des realen Lebens in einer Aufnahme festhalten und dabei ihre ganz persönliche subjektive Wahrnehmung in die Aufnahme mit einbringen. Mag sein, dass der Eine das besser hinbekommt als der Andere. Oder dass einer mehr Anspruch daran stellt als die anderen beiden. Aber die Gemeinsamkeit bleibt.

Und es ist doch auch genau das individuelle Subjektive, das die Bilder eines Photographen auszeichnen. Die Realität ist objektiv für alle gleich, doch das Individuum Photograph interpretiert ganz nach seinem Empfinden. Und das kann jeder auf seine Art, ungeachtet von Können und Einkommensverhältnis.

Letztlich ist der Profi nicht so verschieden vom Amateur. Der einzige Unterschied ist wohl, dass der Profi davon lebt, gute Bilder zu machen, wenn auch teilweise Bilder, die er aus freien Stücken nie machen würde, wohingegen der Amateur genau die Bilder macht, die er machen will und das aus Überzeugung und ohne Bezahlung dafür.

Doch werden sie das Photographieren lieben. Sonst würde man wohl nicht davon leben wollen bzw. nicht sein Geld und seine Freizeit hineininvestieren. Und da ist wieder diese Gemeinsamkeit, die so manchem der von mir so gescholtenen Semipros wohl abgeht.

Photographie sollte immer um ihretwillen betrieben werden. Man sollte zunächst einmal für sich selbst photographieren und erst dann an die Betrachter denken. Mit jedem Bild sollte man selbst glücklich werden und nicht erst wenn man von anderen dafür Komplimente bekommt. Zurückhaltung, Demut und eine gesunde Selbsteinschätzung sollte einem jeden Photographen anheim sein und er sollte sich darin üben. Professionalität kommt von Profession, basiert auf einer Leidenschaft, die manchen Amateur professioneller macht als manchen Profi.

Das gilt alles auch für den sozialen Umgang mit anderen Photographen. Respekt sollte jedem Bild entgegengebracht werden, ob man es gut findet oder nicht. Ob man es versteht oder es nur Verständnislosigkeit hinterlässt. Ganz gleich, wie man selbst ein Bild empfindet, zu dem Zeitpunkt der Aufnahme war es eine Empfindung des Menschens am Auslöser und somit ist das Respekt vor dem Bild gleichbedeutend mit dem Repsekt vor dem Photographen. Aber man sollte dennoch in der Lage sein, konstruktive Kritik empfangen zu können. Es wird immer jemanden geben, der besser ist als man selbst und wenn derjenige dann bereitwillig Kritik übt, sollte man diese dankend annehmen. Denn es könnte ja weiterhelfen das nächste Bild noch besser zu machen.

Photographie ist hauptsächlich eine Beschäftigung mit sich selbst. Ein Katalysator zwischen Photograph und seiner Umwelt. Und dadurch auch ein bedeutendes Mittel, sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen, zu arrangieren, zu partizipieren.

Aber wenn Menschen, das Grundlegende, zugleich auch das Besondere, an der Photographie aus den Augen verlieren, indem sie sich die Photographie als Mittel zur schnellen Erlangung schnöden Mammons oder zur Steigerung des Selbstwertgefühls oder gar als Mittel zur Selbstverherrlichung ihrer eigenen “Kunst” zu Nutze machen, dann kann und muss ich mein Missfallen zum Ausdruck bringen. Das hat die Photographie einfach nicht verdient.

2 Kommentare »

  1. avatar
    brummelschlumpf sagte:
    18.06.2009 am 23:41
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    verstanden :-)

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  2. avatar
    Christian sagte:
    18.06.2009 am 23:45
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    Sehr schön :-)

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