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Selbst entwickelt

Heute war es dann soweit. Die Chemikalienlieferung kam heute früh per Paketdienst und so konnte ich heute abend meinen ersten SW-Film selbst entwickeln.

Nachdem ich früher fast ausschließlich Farb-Diafilme verschossen habe, kam mir kürzlich der Gedanke, ich könnte doch neben der “richtigen” Knipserei mit den Digitalen ja auch mal die alte Minolta mit einem Schwarzweiß-Film bestücken und diesen dann selbst entwickeln.

Also echt Oldschool: Alte X700, analoge SLR mit manueller Einstellerei und manuellem Fokus. Nur eine 50er Festbrennweite und ein 36er Ilford Delta 400.

Sebastian war ja so nett, mir einen alten Ilford zu vermachen. Diesen habe ich dann mal vollgeknipst und heute dann auch entwickelt.

film_001

Und was mir immer als hochwissenschaftliche Tätigkeit vorkam, ist letzten Endes ein Heidenspaß und eigentlich recht entspannt und entspannend.

Zunächst alles Nötige in den Wechselsack: Film, Flaschenöffner, Schere und Entwicklerdose.  Dann heißt es ein wenig im Trüben fischen. Die Filmdose mit dem Flaschenöffner aufmachen, Film rausfriemeln. Den Filmanfang möglichst gerade beschneiden. Dann den Film auf die Entwicklerspule aufwickeln. Das Ende des Films wieder beschneiden. Die Spule in die Entwicklerdose einführen, Dose zumachen. Nochmal checken, dass auch nur der Film in der Dose ist und nicht irgendwelche anderen Teile… fertig.

Dann kann man den Wechselsack verlassen, ihn öffnen und alles rausholen.

film_002

Danach (oder alternativ davor) sollte man die Chemikalien ansetzen: Entwickler, Stoppbad, Fixierer, Netzmittel. Als Chemikalien hatte ich mir von Phototec Produkte von Amaloco liefern lassen. Zum Einen sind sie günstiger als z.B. von Ilford, zum Anderen sollen Sie gut sein und zudem fand ich es unterstützenswert, dass sich Phototec als Händler der Weiterproduktion der Chemie angenommen hat. Also kam der AM74 als Entwickler (1+7) zum Einsatz, S10 als Stoppbad (1+19) und X89 als Fixierer (1+4). Entwickelt wird bei 20°C 7:30 min, dann 0:45 min Stoppbad und zu guter Letzt 2:00 min fixieren. Dann heißt es spülen, spülen, spülen… 5 min, 10x kompletter Wasserdurchlauf. Und beim letzten Mal noch mal 2ml Netzmittel auf 500ml Wasser und noch einmal durch. Dann durfte getrocknet werden.

film_003

Für was so eine Dusche alles gut sein kann… Hoch genug, es kann alles schadlos abtropfen und ablaufen und zudem ist das Bad halt auch leidlich staubfrei…

Und wie man bereits in der Dusch sieht: es hat geklappt.

Auch wenn der Film schon zwei Jahre abgelaufen war und die Bilder darauf ja nur zum Zweck hatten, den Film zu füllen, so ist das schon ein erhebendes Gefühl, wenn man nach der Knipserei und ein bisschen koordiniertem Gepansche seine Bilder in der Hand halten kann.

Also so richtig, materiell. Nicht irgendwelche Pixel in Bitform, sondern echten Film.

Und auch wenn mein Scanner nicht so wirklich taugt (der Film sieht mit der Lupe gegn Licht betrachtet 10x besser aus), so kann sich das Ergebnis doch sehen bzw. erkennen lassen:

Josie

Und nennt mich nostalgisch oder einfach beknackt, aber so ein Schwarzweiß-Film hat irgendwas Lebendiges. Weit ab von optischer Perfektion, mit massivem Filmkorn, aber irgendwie charmanter als digitale Höchstqualität…

Linus

Jetzt heißt es nur noch, interessante Motive finden, die dazu passen…

Zwerg

Und dann kommt der nächste Schritt, sobald der Keller aufgeräumt und zur Dunkelkammer umgebaut ist: selbst Abzüge von den Negativen machen :-)

2 Kommentare »

  1. avatar comment-top

    Freut mich, daß es geklappt hat und Du Spaß hattest. :)

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  2. avatar
    Christian sagte:
    14.06.2009 am 21:49
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    Ja, danke. Ich hadere noch ein wenig mit der Digitalisierung der Filme, denn ein Flachbettscanner ist ein Flachbettscanner und wird einfach kein Filmscanner… aber vielleicht wird mich das Ausbelichten der Negative wieder eine wenig versöhnen… :-)

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