Wie ich ja schon erwähnt hatte, ist einer meiner Reifen hinüber. Und wenn man besondere Felgen hat, man auch meisthin besondere Reifen braucht und man halt auch besonders lange auf Ersatz warten muss…
Und nun kommt mein Händler ins Spiel. Als Geschäfts-36Monate-Leasing-Kunde ist man ja gerne gesehen. Gut, auch dass wir ihn seit 30 Jahren als Kunde haben und bestimmt inzwischen 20 Autos dort gekauft haben, dürfte eine kleine Sonderstellung erklären. So begibt es sich zumindest meisthin, dass bei Problemen mit den Autos uns immer ein Leihwagen für lau gegeben wird. Und während ich dies natürlich sehr schätze, so denke ich einen Schritt weiter und auch im Sinne meines Händlers:
Warum bekommt man immer so pöblige Leihwagen?
Ich bin ja bekennender Großauto-Fahrer. Im Moment mit einem X-Trail geschlagen, der ja noch der Kleinste unter den Großen ist, so war es zuvor ein “großer” Pathfinder und Jahre zuvor mein erster Großer, ein Terrano. Ungeachtet jeglicher CO2- und Umweltdiskussion, stehe ich halt nunmal auf viel Auto um mich herum.
Nichts desto trotz durfte ich mich gestern mit einem Micra als Leihwagen “vergnügen”. Wie der Name schon andeutet ist das eher ein Zwerg. Zudem noch mit Automatik… bittere Kombination. However, heute durfte ich dann im Tausch gegen den Micra einen Tiida entgegen nehmen. Immerhin sollte ich ja mit zwei Kollegen zu einem Besuch in einem unserer Golfclubs vorfahren… so dass mein Chef einen größeren Leihwagen erbeten hatte. Nun ja, ein bisschen größer ist er ja auch, der Tiida. Während der Micra ungefähr die Größe eines 1990′er Polos hat, ist der Tiida eher schon auf Polo Baujahr 2009 Niveau…
Wie gesagt, nichts gegen einen kostenlosen Leihwagen, aber einen Sideeffect bleibt vom Händler gänzlich unbeachtet: der Leihwagen, wenn es der richtige ist, ist nicht nur eine Verkaufshilfe, sondern kann sogar zum Verkaufsgarant werden.
Bei meinem Pathfinder genügten mir damals 20 Minuten Probefahrt, um dafür zu sorgen, dass ich Monate danach eben einen solchen in Empfang nahm. Bei meinem X-Trail war das ähnlich, wobei ich eigentlich einen weiteren Pathfinder haben wollte, Nissan mir das jedoch durch heftige Preiskorrekturen nach oben vereitelte. Selbst schuld.
Egal. Würde ein Händler, ungeachtet der Marke, dafür Sorge tragen, dass jeder Kunde als Leihwagen a) das neuere Modell oder b) das nächstgrößere Modell des aktuellen Kundenfahrzeugs bekommen würde, würde jeder Kunde im Laufe seines Fahrzeugbesitzes zumindest zu einer “Probefahrt” kommen, die er sonst entweder nie machen würde oder eben nicht mit dem Modell, das der Händler ihm hinstellt.
Das wäre sozusagen ein unterbewusstes “Anfixen” des Kunden, der das nicht einmal so wahrnehmen würde und darüber hinaus sogar noch dankbar für den wertigen Leihwagen wäre…
So sage ich jetzt einfach mal unverfroren, dass ich nie (!) freiwillig einen Micra oder Tiida fahren würde. Mehr als eine Abschreckung ist demnach die Probefahrt mit diesen Modellen nicht. Hätte man mir eines der drei größeren Modelle (Pathfinder/Navara, Murano oder Patrol) hingestellt, hätte das, je nach Zufriedenheit, doch recht schnell dazu führen können, dass meine zukünftige Kaufentscheidung vorbeeinflusst worden wäre (ich kenn mich ja…). Vom Pathfinder abgesehen, dessen Vorgängermodell des aktuellen ich ja gefahren bin, hat es mich noch nie in einen Patrol geschweige denn Murano verschlagen. Und wenn mich keiner explizit dazu auffordert, wird das wohl auch nicht passieren. Als Leihwagen… nun ja.
Mich würde ja mal ein mehrjähriger, empirischer Feldversuch interessieren, ob meine Rechnung wirklich aufgehen würde und, ob sich die Mehrkosten für eine komplette Modellpalette Leihwagen nicht in der Tat rentieren würde…
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