Sascha hat heute in seinem Blog die tolle Software Nik Silver Efex in höchsten Tönen gelobt. Und das mit Recht, denn Silver Efex dürfte das Beste sein, um digitale Bilder in Schwarzweiß-Bilder zu konvertieren.
Nicht nur, dass Silver Efex die Farben in Graustufen umwandelt, nein, mit Silver Efex lassen sich verschiedene Charakteristika aus den Zeiten analoger Fotografie täuschend echt nachahmen. Zum Beispiel, die Variation des digitalen Bildes wie es aus einer Pinhole-Kamera oder einer Holga stammen würde. Desweiteren verleiht es dem digitalen Bild auch nahezu echte Gradation und Körnung verschiedener Filme.
Somit kann man mit wenigen Mausklicks aus einem “langweiligen” bunten Digitalbild ein fantastisches Schwarzweiß-Bild machen. Beispiele zeigt Sascha ja auf seiner Seite.
Das ist es und mehr wird es nicht. Denn, was man (und auch ich) nicht verwechseln sollte: Schwarzweiß-Bilder werden nicht analog, auch wenn sie Filmkorn eines Ilford Delta aufweisen.
Denn da sollte eine klare Trennung rein: schwarzweiße Bilder gibt es digital und analog, so wie es analoge Bilder in Farbe und Schwarzweiß gibt.
Mit Sascha hab ich in letzter Zeit häufiger die Debatte um die analoge Fotografie. Er hat es über ein Jahrzehnt lang analog fotografiert. Mit allen Randerscheinungen wie Laborarbeit, Negative scannen, Vergrößerungen anfertigen usw… Ich habe nur ein paar Jahre amateurhaft und unbedarft analog fotografiert und erst mit digitaler Kameratechnik richtig angefangen.
Und während Sascha inzwischen das Analoge ad acta gelegt hat, und deshalb auch so froh ist, dass er mit Silver Efex authentisch aussehende SW-Bilder machen kann, so habe ich inzwischen den Drang nicht-bezahlte Fotografie wieder analog zu betreiben.
Natürlich würde ich nicht freiwillig kommerziell analog fotografieren. Es soll ja perfekt sein, was der Kunde bezahlen muss, auch schnell und ohne große Fehlerquellen. Da sehe ich es auch ein und benutze gerne meine digitalen Nikons. Aber wenn es um das Fotografieren um des Spaßes willen geht, da kann man doch durchaus analog fotografieren… Es ist einfach eine ganz andere Art zu Fotografieren, zumal wenn man ansonsten digital unterwegs ist.
Es ist wie eine Art freiwillige Selbstbeschränkung mit guten alten analogen Kameras unterwegs zu sein: Manueller Fokus statt 51 3D-AF-Felder, 36 Bilder pro Film statt 400 Bilder pro 8GB-Speicherkarte, ein ISO-Wert pro Film statt ein ISO-Wert pro Bild, Integralmessung Pi mal Daumen statt Matrix-Messung, manuelle Belichtung statt Vollautomatik, kleine Festbrennweite statt Super-Zoom. Es ist etwas gänzlich verschiedenes. Und beides kann zu tollen Bildern führen, das steht außer Frage.
Aber gerade wenn ich dann auch noch den Schritt weitergehe und im Heimlabor den Film noch selbst entwickle, ob jetzt um ihn danach zu scannen oder gar um Abzüge davon zu erstellen, dann habe ich aus einem volldigitalen Workflow wieder echte Handarbeit gemacht. Und das macht für mich den Charme des Analogen aus. Ein wenig dem Perfektionismus und dem Zeitdruck entrückt, etwas, was im beruflichen Umfeld ja eher Seltenheitswert hat. Ab und zu kann es ja wirklich befreiend sein, keinen TFT vor der Nase zu haben… Silver Efex hin oder her.
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27.05.2009 am 22:01
Du könntest ja den ganzen Laborschrott der noch bei meinen Eltern im Keller steht abholen. das würde denen sicher sehr gefallen
)
27.05.2009 am 23:22
Na dann werde ich doch erst recht mal meinen Keller aufräumen und mit Freude Deinen Eltern den “Schrott” entsorgen