In Deutschland geht Gevatter Unternehmenstod um. Erst Rosenthal, dann Märklin und heute erwischte es Schiesser. Scheint so, als wären da eindeutige Parallelen zu erkennen. Die deutschen Traditionsunternehmen liegen auf dem Sterbebett…
Und dabei scheinen zwei zentrale Themen zu den Insolvenzen zu führen:
- Entweder sind die Unternehmen so traditionsreich, dass sie im wahrsten Sinne steinalt sind, unflexibel und jahrelang am Markt vorbeiagierten. Dadurch werden bis zur erfolgreichen Umstrukturierung und Neuausrichtung Abermillionen an Schulden aufgetürmt, die dann zu den besagten Insolvenzen führten. Ein Beispielunternehmen, an dem die Sense hoffentlich vorbeigeht, ist Leica. Bis 2000 war man bei Leica immer noch der Meinung, dass zukünftig die Analogfotografie immer noch einen ausreichend großen Anteil am Fotografiemarkt haben würde. Falsch kalkuliert, fast bei draufgegangen.
- Andere Unternehmen sind diejenigen, die man eigentlich schon unlängst hätte schließen können, da sie nicht mehr profitfähig am Markt teilnehmen. Märklin ist m.E. so ein Unternehmen. Die Zeiten für Märklin sind einfach vorbei. Tradition und Kult hin oder her. Wurscht. Es gibt einfach Firmen, die sollte man zumachen. Überall außer in Deutschland würde das auch passieren. Aber nein, in Deutschland, da werden Firmen so lange künstlich am Leben gehalten bis wirklich nichts mehr aus Schulden übrig ist. Damit verlieren wir nicht nur Unternehmen sondern auch Unmengen Unternehmer, die sich selbst freiwillig zugrunde richten.
Ich glaube, auch wenn es viele mehr trifft als nur die Großen mit den Traditionsnamen, aber von Diesen werden wir noch etliches hören. Und wahrscheinlich nicht viel Gutes.
10.02.2009 am 21:46
[...] hat sich gestern einige Gedanken über die Pleitewelle gemacht, die derzeit durch Deutschland rollt. Dabei teilt insolvente bzw. insolvenzgefährdete [...]