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Fotografieren ist nicht relativ

Die Relativität beim Fotografieren liegt in der Gunst des Betrachters. Bilder, die relativ schlecht sind, können beim geneigten Betrachter ein absoluter Hammer sein. Und das Gleiche gilt auch vice versa. Aber dennoch gibt es die eine oder andere Konstante in der Fotografie, die im Sinne eines stimmigen Gesamtwerkes eingehalten werden sollten.

Ich komme darauf nicht einfach so, sondern wegen einem aktuellen Fall aus meiner Bekanntschaft. Das Hauptinteresse des Fotografen liegt in Landschaft und Wildtiere. An sich eine spannende Sache mit zei großen Mankos:

  1. Die Reisekosten, um an die entlegenen Stellen der Welt zu kommen, die beeindruckende Landschaftsbilder ermöglichen.
  2. Die Hardwarekosten, um Wildtiere aus gebührendem bzw. dem von ihnen zugelassenen Abstand zu fotografieren.

Während Punkt 1 von einem Reiselustigen schnell abgehakt werden kann, ist Punkt 2 doch eminent. Gut kalkuliert und grob geschätzt ist für Wildlife der doch der stolze Betrag von ca. 18.000,- € fällig (z.B. Nikon D3, 14-24/2.8, 200-400/4, 600/4).

Aber aller Anfang ist ja kostengünstig, daher behilft der Fotograf sich mit einer Bridgekamera der Abteilung Superzoom.

Das erste Problem dabei liegt im Glas: 20x Zoom kostet Qualität und das in jeder optischen Hinsicht: Schärfe, Farbkontrast, Verzeichnung. Kurz und gut: hardwaretechnisch werden in den meisten Anwendungsszenarien die Bilder maximal suboptimal. Und auch die Geschwindigkeit des “Verschlusses” ist beschränkt. Es gibt eine gewisse Auslöselatenz, der AF ist meisthin nicht so toll und von hohen ISO-Werten brauchen wir bei Bridgekameras gar nicht reden.

Aber hardwareunabhängig gibt es dann doch einige Sachen zu beachten:

Landschaften sollten einen geraden Horizont haben. Punkt. Period.

Bei Reportage, Sport und ähnlichem kann man ja noch ein wenig tilten, aber bei Architektur und Landschaft ist und bleibt das ein No-Go. Schiefe Bäume und auslaufende, weil schiefe, Seen, darf es nicht geben. Auch sind unattraktive Hintergründe nicht förderlich. Zwei kleine, graue Greifvögel auf einem grauen Kiesbett machen noch kein vernünftiges Bild. Auch wenn man froh war, die zwei Federbatzen überhaupt vor die Linse bekommen zu haben, wird daraus noch kein beeindruckendes Gesamtergebnis. Auch zwei, drei braune Flecken auf grüner Wiese, die man mit etwas Augenzukneifen als Elche interpretieren kann, ergeben noch keinen Hingucker. Das Gleiche gilt auch für Wölfe.

Das Dumme ist nur, wenn sich der Fotograf von den beklagten Missständen nicht überzeugen lassen will. Er ist in diesem Fall ja der subjektivste aller möglichen Betrachter. Denn er war ja dort in der Wildnis und hat mit Glück und Geduld die drei Punkte am Hang gegenüber ausgemacht und ist aufgrund seiner Leistung natürlich höchststolz auf das Ergebnis.

Der unbedarfte, objektivere Betrachter empfindet dies naturgemäß halt wertbefreiter. Wichtig bei dieser ganzen Geschichte ist nur, dass der Urheber die Kritik, auch wenn etwas zerknirscht aufnimmt, und für die nächsten Aufnahmen in Betracht zieht: andere Hardware mitnehmen oder einfach doch die Position überdenken und bei Möglichkeit wechseln, damit beim nächsten Mal auch wirklich Elche auf den Fotos sind…

2 Kommentare »

  1. avatar comment-top

    Sag mal, kennst Du bzw. Dein Bekannter eigentlich schon Kurt? ;-)
    http://www.buxtehuder-fotofreunde.de/kurt.htm

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  2. avatar
    Christian sagte:
    04.02.2009 am 23:04
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    Kurt ist klasse :-)
    Ein echter Brüller!

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