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Tagessatz

Der Kollege Rheker hatte weihnachtliche Freizeit und hat sich in seinem hervorragenden Blog Gedanken zum Business-Modell eines Fotografen gemacht und aufgezeigt, warum Fotografieren lassen teuer ist und wieso viele Fotografen dennoch nichts verdienen.

Was er schreibt ist nun nichts Brandneues, aber in dem Zusammenhang mal wieder zum Nachdenken.

Den Kalkulator der NPPA kannte ich bereits vorher und hatte meinen Tagessatz schon auf Kostenbeständigkeit überprüft. Aber um das Ganze mal für das Beispiel “semiprofessioneller Teilzeit-Fotograf” zu illustrieren, habe ich die Rechnung noch einmal en detail aufgemacht…

NPPA Calculator

NPPA Calculator

Auch wenn da jetzt überall Dollar stehen, man denke es sich in Euro.

Das Ergebnis ist zunächst etwas schockierend (ok, ich wusste es schon vorher, aber beim ersten Mal ist es schockierend).

Die (wirklichen) Kosten, um 80 Tage im Jahr Fotoarbeit abrechnen zu können, liegen bei fast 14.000,- €.

D.h. jede Woche Fotograf zu sein summiert sich auf knapp 260,- € Kosten.

Dass man diese nicht so genau sieht… gut, das ist der entscheidende Faktor, ob man Geld verdient oder eben nicht. Denn wer die Augen für Kosten verschließt, die man hat und dann Argumente wie “das Auto ist doch eh da” als Kostenausrede gelten lässt, der wird nie Geld verdienen.

Klar, das Auo ist da, der Computer auch, das Internet, das Handy, die Kamera… aber entweder ich verstehe es grundlegend, dass das Betriebskosten sind oder ich bleibe darauf sitzen. Und das hieße im Extremfall, dass ich Geld mitbringe, um als Fotograf arbeiten zu können. Und das sollte so nicht sein.

Unter der Maßgabe der o.g. Kosten heißt das für mich: bei 80 Tagen Arbeit im Jahr (50 Tage Zeitung, 30 Tage eigene Kunden) muss ich am Tag knapp 170,- € verdienen, um am Ende des Jahres auf eine schwarze Null zu kommen.

Das heißt auch, dass Tageseinnahmen erst ab 170,- € Gewinn abwerfen (der ja auch noch zu versteuern ist).
Wenn man es dann genau nimmt und den Tagessatz der Zeitung einrechnet, dann bleibt da nicht viel hängen. Der Tagessatz für kommerzielle Einsätze für meine Kunden (der zwischen 400,- und 800,- € liegt) lässt dann überhaupt erst eine Art von Gewinn zu, um es als zusätzliches Einkommen attraktiv zu machen. Wenn ich es hochrechne, dann ist ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von ca. 15000,- € möglich. Natürlich nur unter der Maßgabe, dass auch wirklich 80 Tage möglich werden und zur Abrechnung kommen. Aber wenn man die Steuern abzieht, dann bleibt im Monat nicht mal ein Tausender hängen.

Aber wenigstens macht es Spaß und wenn knapp ein Tausender übrig bleibt, dann soll es für einen Nebenjob schon in Ordnung sein.

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