Drei meiner oftgelesenen Photo-Blogs thematisieren z.Zt. ein und das gleiche Thema: Working for free. Also, genauer definiert: Photoarbeiten für null Euro zu bringen. Ein kompliziertes, vertrickstes Thema…
David Hobby aka Strobist hat damit angefangen, Chase Jarvis gibt sein Gusto dazu und Photobusiness-Experte John Harrington wollte dazu auch nicht schweigen.
Persönlich sehe ich das ja relativ entspannt. Jeder ist sein eigener Herr und wenn jemand lieber von der Stütze lebt und umsonst arbeitet… naja, ich muss es nicht verstehen, aber ich sollte es akzeptieren.
Nun ist das ja alles auch nicht alleine beim Fotografieren ein Thema, auch im Bereich Grafik und Web tangiert mich das Thema. Aber genauso ist es in vielen anderen Berufsbildern anwendbar.
Generell sage ich: warum umsonst für irgendwen irgendeine Leistung erbringen? Im Leben ist nichts umsonst, warum also selbst die eigene Leistung und Zeit verschenken?
Beim Fotografieren hört man immer so Sachen wie “aber Du kannst das gut fürs Portfolio benutzen” oder “beim ersten Mal machst Du es umsonst und wenn wir zufrieden waren, dann wird es beim nächsten Mal gut bezahlt”… solche Sprüche gibt es regelmäßig zu hören. Zumal, wenn die Kunden keine Profis sind und v.a. wenn man als Fotograf nicht vollständig als Profi auftritt. Und das kann sich auch in Kleinigkeiten manifestieren. Also wenn man auch nur kleinste Zweifel an sich selbst hegt, dann werden diese Sprücheklopfer gleich auf diese Schiene aufspringen… und meistens schaffen sie es dann auch.
Das Problem trifft auf Amateure zu, die sich den Weg zur Professionalität bahnen wollen und aber auch Profis sind da nicht ganz davor gefeit. Aber der Amateur ist der Klassiker, der umsonst arbeitet. Denn er ist es, der den Wert seiner Arbeit falsch einschätzt. Wenn man genau darüber nachdenkt, dann kostet das Umsonstarbeiten den Fotografen bereits Geld. Auch wenn die Zeit für den Auftrag nicht gezählt wird, dann ist alleine die Anfahrt zum Auftrag, samt dem genutzten Fahrzeug, das verwendete Equipment (immerhin kostet eine grundlegend professionelle Fotoausrüstung locker 10.000,- Euro) in die Kalkulation einzubringen und dann kann aber bei einem unentgeltlichen Auftrag schon gut und gerne ein Betrag von mehreren Hundert Euro ausgegeben sein und man bekommt keinerlei Kompensation.
Wenn mich jemand fragen sollte: nein, für umsonst werde ich nicht arbeiten. Evtl. Pro-Bono, aber ansonsten nur gegen Entgelt und dann auch nicht zu wenig. Denn ohne auch monetären Erfolg, gehen Karrieren zu Ende bevor sie auch nur richtig anfangen.
Also: Leistung sollte immer mit Gegenleistung ausgeglichen werden. Punkt.
UPDATE: Kollege Rheker hat sich auch genötigt gefühlt, sich zu dem Thema zu äußern… allerdings klingt es bei ihm eloquenter und er kommt zu einem leicht anderen Schluß… aber er hat sich dafür auch viel mehr Zeit genommen…
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