Nikon hatte ja bereits im September 2007 ein echtes Pfund an Kamera gegen den Konkurrenten Canon ins Feld geführt: die Nikon D3. Heute nun hat Nikon eine kompaktere Variante hinterhergeschoben: die Nikon D700. Und bringt damit Canon langsam aber sicher in Bedrängnis.
Canon vs. Nikon gleicht ja einem Glaubenskrieg. Man ist für das eine oder das andere. Eine Mischform wird von allen als Gottlosigkeit abgetan.
Aber auch wenn ich Canon-Jünger bin, so muss ich mir doch eine gewisse Affinität für Nikon attestieren. Und Nikon macht es einem im Moment auch wirklich einfach. Die D3 ist der Hammer, die neue D700 ebenfalls.
Somit hat Nikon gegen die Canon-Pro-/Semipro-Kameras bis auf eine einzige echte Alternativen auf den Markt geworfen. Besondere Merkmale für alle sind das überragende Rauschverhalten bis zu aberwitzigen ISO-Bereichen, sauberes Dynamikverhalten, gute weitere Features (wie überragende LCD-Screens), gute Autofocus-Performance, starken Live-View…
Da schlägt meines Erachtens die D3 die 1D Mk III, die D700 (wahrscheinlich) die betagte 5D und die D300 die 40D. Einzig Canons Flagschiff, die 1Ds Mk III zeigt mit 21 MP noch wo der Hammer hängt. Da aber die neuen Vollformat-FX-Sensoren von Nikon von Sony produziert werden und Sony für Jahresende einen 24 MP-Chip angekündigt hat, ist zur Photokina wohl noch mit einer D3X zu rechnen, die dann auch der 1Ds noch Konkurrenz macht.
Canon macht sich mit vernünfigen Neuerungen eher rar momentan. Die 5D ist überüberfällig, die 1D Mk III war durch AF-Probleme monatelang in Verruf und auch so mancher Mitarbeiter von CPS- und NPS-Händlern berichtet von unzähligen Mk III-Problemen und null D3-Problemen.
Canon hat sich nicht mit Ruhm bekleckert im letzten Jahr, auch das Ausweiten des Objektiv-Sortiments hat oben rum, jenseits der Plastikfraktion, weitesgehenden Stillstand erreicht. Da jedoch und auch im Zubehörbereich (neuer Blitz SB-900) macht Nikon immer weitere Fortschritte und Canon nur im “Spielzeug”-Bereich (400D, 450D, 1000D).
Es bleibt wirklich abzuwarten, ob und wie Canon da kontern will. Denn im Pro-Bereich lassen sich schon ernste Marktanteilsverluste erkennen. Wenn man die EM am Spielfeldrand beobachtete, sah man schon recht häufig Nikons. Und das in einem Segment, das in Europa zu gut 90% in Canon-Hand war. Und dann rühmt sich Canon noch damit, dass 74% aller Fotografen bei der EM Canon benutzen. Gut, das sind fast 3/4 aber immerhin knapp 15% weniger als noch vor vier Jahren.
Hoffen wir im Sinne von Canon und dem Wettbewerb, dass sich Canon vom “Spielzeug” wieder ab- und dem “Werkzeug” zuwendet. Denn so hatte es Nikon bei der Einführung der D60 treffend gegen das “Komm spielen”-Marketing von Canon gekontert: “Werkzeug statt Spielzeug”.
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