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Newssite und CMS

Nachdem ich wieder weitgehend gesunded bin, darf ich ja wieder anfangen vom Leder zu ziehen ;-)

Zwei große deutsche Newsportale haben sich in den letzten drei Tagen eine grundlegende Verjüngungskur gegönnt. In wie weit bei dieser zeitlichen Nähe Kalkül im Spiel war oder ob es sich wirklich nur um einen Zufall handelt, wird uns indes verschlossen bleiben.

Der erste Aufgefrischte war vor drei Tagen Spiegel-online. Mit einer sanften Evolution des bereits angestaubten Designs, einiger verteilter Web 2.0-Features (etwas Multimedia hier, etwas AJAX dort) sowie einer Umstellung auf weitgehenden semantisch korrekte Strukturierung und Darstellung mittels CSS wurde versucht äußerlich wie innerlich zu verjüngen was nur ging.

Aber wer einen Blick auf den Quelltext wirft, wird erstmal von dessen Umfang abgeschreckt. Vereinzelt trifft man noch auf eine Tabelle, die allerdings meisthin auch ihrem ursprünglichen Zweck gerecht wird. Was allerdings auch auffällt, sind die immer noch reichlich vorhandenen hardcodierten Styleangaben. Dies wiederum wird wohl dem verwendeten Entreprise-CMS Vignette zuzuschreiben ist. Von den reichhaltigen Features kann man sich zwar einen groben Überblick verschaffen, aber was dieser Spaß wohl kosten mag, wird wohl deren Geheimnis bleiben. Fünf- bis sechsstellig wird es jedoch schon verschlingen. Ob da eine individuelle Lösung nicht besser gewesen wäre… wer weiß?

Was das Design angeht, da kann man Spiegel entweder eiskalte Berechnung unterstellen oder eine gute Portion zu wenig Mut. Wenn sie dachten dass zuviel Revolution die Besucher erschreckt, wäre zumindest klar, warum man maximal von einer Designevolution sprechen. Es sieht besser und aufgeräumter aus als vorher, aber viel Neues gibt es nicht.

Im krassen Gegensatz dazu zeigt sich der zweite Kandidat: n24. Bei n24 sieht man sofort die massive Desgin-Veränderung. Das alte, grottenhafte Design wurde bedeutend freundlicher, heller und aufgeräumter. Da hatte dann jemand doch Mut und hat gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Ein Blick in den Quelltext offenbart auch dort eine bessere Semantik und ein Verzicht auf sinnlose Tabellen. Das CMS Imperia scheint weitaus besseren Quellcode zu offerieren, wenn auch bestimmt zu ähnlichen Preisen.

Was das bevorzugte Design angeht, entscheidet der Geschmack. Aber mir gefällt n24 besser.
Beim Quellcode würde ich auch n24/Imperia den Vorzug geben.

Bei der Nutzung neuerer Technologien gewinnt allerdings Spiegel.

Die geringer zu ladende Seitengröße entscheidet Spiegel für sich (277 kB zu 384 kB).

Aber entscheidend ist letztlich wieder der Inhalt und das… ist wieder für jeden ganz indivduelle Geschmackssache.

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