Der Herr Rumsfeld ist ja selten um geistige Ergüsse niedersten Niveaus verlegen, aber der Vorschlag Terroristen mit konventionellen Interkontinentalraketen zu bekämpfen, ist nicht nur eine Hommage an “Spatzen mit der Flak beschiessen”, sondern einfach nur ausgemachter Dünnschiss, der einem derangierten, altersschwachen und vollends weltfremden Hirn entsprungen ist.
Anders kann ich es einfach nicht beim Namen nennen, denn dieser Vorschlag ist derart daneben, dass ich langsam zu zweifeln beginne, ob es für die Begleitung höherer Regierungsämter nicht zunächst eine Hürde in Form eines Intelligenztests zu bestehen sollte.
Wie kann denn ein normal denkender Mensch auf die Idee kommen, Interkontinentalraketen, die zur globalen Massenvernichtung ersonnen wurden, mit konventionellen Sprengköpfen zu versehen und diese dann auf Terroristen abzufeuern? Richtig, gar nicht.
Denn im Allgemeinen sind Terroristen dadurch gekennzeichnet, dass sie sich nicht irgendwo auf die Wiese stellen und der satellitengestützen Feindaufklärung mittels überdimensionaler Buchstaben mitteilen: “Ich bin ein Terrorist”.
Vielmehr integrieren sie sich mitten in die Gesellschaft. In manchen Ländern gehören sie sogar zur Gesellschaft, werden von ihr geachtet und sogar gedeckt. Diese Terrorzellen mit Raketen auszuschalten, hätte dann wohl zur Folge, dass auf einen toten Terroristen mindestens 100 tote Unschuldige kommen würde. Gut, war es nicht auch Rumsfeld, der den Begriff des Kolateralschadens populär machte? Egal. Zumindest kann die Effizienz dieser Maßnahme schon mal bezweifelt werden, außer man beabsichtigt, großzügige Kolateralschäden in Kauf zu nehmen, was der Unterstützung der Terroristen sicherlich nicht zuträglich wäre. Allerdings lässt man dann wohl Menschenrechte etc. reichlich ausser Acht.
Mal davon abgesehen, dass es immer noch etliche Staaten gibt, die dem Start einer amerikanischen Interkontinentalrakete mit einer gewissen Nervosität beiwohnen würden (mit dem Finger auf dem roten Knopf), so ist auch für die Public Relations der USA kaum tragbar, wenn es plötzlich IK-Rakteten auf den Libanon, Afghanistan oder sonstwo regnet. Das würde dem Hass nur noch mehr Nahrung geben und dem Terror erst die Grundlage für viel schlimmere Attentate.
Aber ich bin ja irgendwie noch stiller Hoffnung, dass es irgendwo im Pentagon und Weißen Haus noch Menschen gibt, die ab und an auch mal ihr Gehirn einschalten, bevor sie dumme Dinge tun.
Jedoch läßt sich konstatieren, dass der Herr Rumsfeld ein essentielles Must-have im politischen Business noch nicht verstanden hat:
Erst denken, dann reden. Und wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Fresse halten.
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29.08.2006 am 13:08
Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass wir ja alle die Präzision der Amerikaner kennen, nicht nur, dass auf einen Terroristen 100 Unschuldige kommen würden, sie würden ja vermutlich den einen nichtmal Treffen weil sie zu blöd dafür sind. (Was sie im Irak ja unter anderem Bewiesen haben! (Bus mit Flüchtlingen und so…))