content top
bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark

Die Zukunft der Printzeitung

Ich hab mir heute mal ausgiebig Gedanken zur Zukunft der Zeitung gemacht und habe mir eine interessante Lösung einfallen lassen. Was dabei rausgekommen ist, gibt es in diesem Artikel nachzulesen

Nur Mut, meine Herren Zeitungsverleger. Nebenbei, die Idee ist käuflich… :-)

4 Kommentare »

  1. avatar
    sualk sagte:
    19.07.2006 am 12:24
    comment-top

    Jetzt bekommst du auch mal einen Kommentar von mir :)

    Der Punkt indivualisierte Angebote klingt ja immer ganz nett, aber bei sowas darf man auch den Datenschutz nicht aus den Augen verlieren. Von daher stehe ich solchen Angeboten eher skeptisch gegenüber.

    Zu dem Punkt “Fertigung vor Ort”: Was passiert denn in deiner Vorstellung mit den Leuten die ihre Zeitung wie bisher morgens im Briefkasten vorfinden wollen und nicht erst zum nächsten Automaten laufen und sich eine holen wollen?

    comment-bottom
  2. avatar
    Christian sagte:
    19.07.2006 am 13:14
    comment-top

    Hi sualk,
    was die Datenschutzaspekte angeht, müssen immer beide Seiten betrachtet werden. Natürlich bin auch ein Freund von Datenschutz und Schutz der Privatsphäre. Allerdings muss man auch eingestehen, dass wir heute bereits durchleuchteter sind als uns meisthin bekannt ist. Und wenn zum Beispiel von Geomarketing die Rede ist, dann ist für Deinen Wohnort Johannesberg schon bekannt, dass die Kaufkraft der dort Wohnhaften überdurchschnittlich hoch ist, das Interesse für hochwertige Mode nur durchschnittlich, wie z.B. auch die Affinität für Outdoorsportarten, wohingegen der Wintersport überdurchschnittlich gut ankommt. Das diese und viele, viele andere Erkenntnisse selbst für einzelne Straßenzüge bekannt sind, ist doch weitaus erschreckender als, dass meine Zeitung von mir weiß, dass ich auf das Feuilleton verzichten kann und mich mehr für Politik als für Sport interessiere. Und dass man mir eher nen iPod verkaufen kann, als Doppelripp-Unterwäsche…

    Was Dein Argument mit dem althergebrachten Zeitungsleser angeht, geb ich Dir im Moment noch Recht. Es wäre momentan sicherlich auch nicht die ideale Vorgehensweise, die Printzeitung zugunsten der on-Demand-Zeitung sofort einzustellen. Ein anfänglicher, wahrscheinlich mehrjähriger Parallelbetrieb ist fast zwangsläufig. Aber so wie sich die Möglichkeiten ändern, wird sich auch die Gewohnheit ändern. Erste Versuche von Zeitungen (hauptsächlich amerikanischer) Zeitungen zum Selbstdrucken zu verbreiten, waren zwar nur mäßig erfolgreich aber evtl. auch noch zu früh.

    Wenn jedoch ein neuer Verlag eine neue Zeitung auf den Markt bringen würde und das von Anfang an als on-Demand, dann seh ich die Chancen nicht so schlecht. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass sicherlich 2 oder 3 Jahre ins Land gehen würde, bis diese Technik marktreif ist.

    comment-bottom
  3. avatar
    tron sagte:
    23.07.2006 am 12:52
    comment-top

    Tach zusammen,

    eine interessante Idee, muss ich schon sagen! Allerdings würde ich als Verlag nicht unbedingt mit einer Tageszeitung im Format der FAZ oder Süddeutschen starten, ein Stadtmagazin tut es doch als Testballon auch, oder?

    Denn es da fallen mir sofort einige Fragen zum News-o-mat (hast Du dem Ding schon einen Namen verpasst?) ein, die nicht unbedacht bleiben sollten, so z.B der einzusetzende Laserdrucker: die momentan in Fahrkartenautomaten besitzen sicherlich ein einfacheres Druckbild als ein Drucker in einer Design- oder Marketingabteilung. Aber sie sind so robust, dass sie die notwednige Informationen in den meisten Fällen störungsfrei und maschinenlesbar darstellen können (einfache Zeichenketten, Barcodes). Gibt es heute schon outdoor fähige Farbdrucker (muss es Farbe sein?), die mit Klimaverhältnissen von –25 (Traunstein, Berchtesgaden, Mittenwald…) bis +40°C (Frankfurt, Berlin, Bonn…) und den möglichen Feuchtugkeitsverhältnissen klarkommen? Wie wird der Drucker auf Betriebstemperatur gehalten, damit die kurze Wartezeit für den S-Bahnfahrer möglich der Verlag aber nicht von der Stromrechnung aufgefressen wird? Und was passiert bei dem den meisten wohl bekannten Phänomenen Papierstau (im heimischen Drucker) und Vandalismus (im heimischen Bahnhof)? Andererseits: könnten etablierte Verlagshäuser auf eine solche Technik umstellen oder würde es nur neuen Verlagen (ob nun wirklich Start-ups oder Ausgründungen alter Verlage) gelingen, wie z.B. Kabel- und Netzbetrieber nur an lukrativen Standorten solche News-o-maten aufzustellen? Denn neben der durchschnittlichen \”Heidelberger Druck\” noch weiteres — dem Wetter ausgesetztes — Anlagevermögen in den Büchern stehen zuhaben wird bestimmt nicht für alle tragbar…

    Ich denke, das Gedankenspiel stellt eine denkbare und interessante Variante in der Zukunft dar, allerdings wird es nicht ohne einen entsprechenden, den Baken darstellbaren Business-Plan gehen. Der News-o-mat wird sich wahrscheinllich nicht für einen Verlag wie die FAZ rentieren. Aber möglicherweise für einen Content-Anbieter, der Neben der FAZ auch die Süddeutsche, den Rheinischen Merkur, die taz und eben auch Bild anbietet und ein — europaweites? — Netz von New-o-maten aufbaut.

    Wie gesagt, eine interessante Idde. Und in Zeiten der automatisierten Paket-Annahmestellen bestimmt nicht unmöglich.

    comment-bottom
  4. avatar
    Christian sagte:
    23.07.2006 am 13:20
    comment-top

    Hi Tron, nette Einschätzung und gute Fragen.
    Ich denke, dass der Druck auch unter diesen Extrembedingungen reibungslos von statten gehen sollte. Zum einen denke ich, dass spezialisierte Druckwerke, die nur für diesen Zweck entwickelt werden müssten, bedeutend zuverlässiger und schneller drucken können, als handelsübliche Standarddrucker. Durch Kapselung des Druckwerks und der Papierzuführung (Rollenpapier wäre wahrscheinlich die beste Lösung) könnte man klimatische Probleme minimieren. Allgemein betrachtet sollten die klimatischen Probleme in den Griff zu bekommen sein, auch wenn ich von der Aufstellung eines solchen Automaten im Nirgendwo Abstand nehmen würde und diese eher in öffenlichen Bereichen wie Bahnhofshallen, Einkaufsmeilen und –passagen etc. platzieren würde. Vandalismus ist natürlich ein Problem, aber auch Fahrkartenautomaten leben relativ lange…
    Eine mögliche Kundengruppe könnten m.E. durchaus auch die etanlierten Verlage sein, wobei es nicht die FAZ als solche sein könnte, aber evtl. ein neues Produkt, das verstärkt auf diesen Einsatz zugeschnitten ist. Wie gesagt, halte ich ein kurzfristiges Umstellen eh für sinnfrei, aber es würden sich halt viele neue und attraktive Formen der Medienpositionierung ergeben. Chancen, die heute noch gar nicht wahrgenommen werden.
    Am interessantesten und wirtschaftlich ökonomischsten könnte natürlich die Verknüpfung verschiedener Medienanbieter sein, die zusammen diese Automaten betreiben und damit unterschiedliche Produkte aus einer Produktion anbieten. Dies wäre z.B. auch ein großer Markt für Special-Interest-Publikationen, die sonst mangels Wirtschaftlichkeit keine Chance auf Veröffentlichung haben.

    comment-bottom

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.